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AKTUELL :  *100. Todestag von Abdu‘l-Bahá* 1921-2021

‘Abdu’l-Bahá – das vollkommene Vorbild

„Jeder, der mit ihm verkehrte, fand in ihm einen außergewöhnlich wohlunterrichteten Mann, dessen einnehmende Rede sowohl den Verstand als auch die Seele anspricht und der dem Glauben an die Einheit der Menschheit gänzlich ergeben ist.”1

‘Abdu’l-Bahá war der älteste Sohn Bahá’u’lláhs, des Stifters der Bahá’í-Religion. Nach Dessen Hinscheiden 1892 wurde ‘Abdu’l-Bahá berufen, die Angelegenheiten der Bahá’í-Gemeinde weiter zu führen. Er war bekannt und angesehen als Verfechter für soziale Gerechtigkeit und Botschafter für den internationalen Frieden.

Ich heiße euch alle und jeden von euch, alles, was ihr im Herzen habt, auf Liebe und Einigkeit zu richten. Wenn ein Kriegsgedanke kommt, so widersteht ihm mit einem stärkeren Gedanken des Friedens. Ein Hassgedanke muss durch einen mächtigeren Gedanken der Liebe vernichtet werden.

Ein Leben im Dienst an der Menschheit

‘Abdu’l-Bahá („Diener der Herrlichkeit Gottes“) wurde am 23. Mai 1844 in Teheran, im heutigen Iran, geboren. Von frühester Kindheit an erlebte Er die religiöse Verfolgung der Anhänger des Báb und auch die mehrfache Verbannung seiner Familie.

‘Abdu’l-Bahá wuchs zu einer unersetzlichen Stütze Seines Vaters heran. Häufig trat Er als Repräsentant Bahá’u’lláhs auf, wenn es um Kontakte zu offiziellen Stellen oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens ging. Nach zeitgenössischen Berichten beeindruckte Seine Persönlichkeit jeden, der Ihm begegnete. Die Einwohner ‘Akkás staunten über Seine tatkräftige Einsatzbereitschaft für Arme und Kranke und priesen Seine außergewöhnliche Hilfsbereitschaft.

Als Bahá’u‘lláh 1892 starb, war ‘Abdu’l-Bahá immer noch ein Gefangener des osmanischen Reiches. Das hinderte Ihn jedoch nicht daran, durch umfangreiche Briefwechsel die Geschicke der weltweit wachsenden Bahá‘í-Gemeinde zu lenken und Gäste wie Pilger aus Ost und West zu empfangen.

Im Jahre 1908, nach der Jungtürkischen Revolution, erlangte Er im Alter von 64 Jahren die Freiheit. Diese Freiheit nutzte ‘Abdu’l-Bahá, um ab 1910 die noch jungen Bahá’í-Gemeinden in Ägypten, Nordamerika und Europa zu besuchen. Er traf mit Menschen aller gesellschaftlichen Schichten zusammen: mit bedeutenden Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik, mit Klerikern, Wissenschaftlern, Künstlern, Schriftstellern und Journalisten – aber auch mit Obdachlosen und Bettlern.

Viele der dort gehaltenen öffentlichen Ansprachen wurden aufgezeichnet und in Buchform veröffentlicht, darunter die sogenannten Ansprachen in Paris. Dort erläutert ‘Abdu’l-Bahá unter anderem die wichtigsten Grundsätze der Bahá’í-Religion, darunter den Abbau von Vorurteilen jeglicher Art, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Vereinbarkeit von Wissenschaft und Religion und die eigenständige Suche nach Wahrheit statt dem blinden Folgen von Traditionen.

Immer wieder betonte ‘Abdu’l-Bahá, wie wichtig der Ausgleich zwischen Reichtum und Armut sei sowie die Integration von Minderheiten und die universelle Erziehung und Bildung für Jungen und Mädchen. Dadurch würden alle Menschen zur selbständigen Erforschung der Wirklichkeit befähigt werden – unbehindert von Fesseln alter Dogmen.

1920 wurde Er in Anerkennung der von Ihm geleisteten humanitären Hilfe in den Kriegsjahren zum Ritter des Britischen Empire geschlagen. Im Folgejahr verstarb Er nach einem langen, aufopferungsvollen Leben in Haifa. Seiner Beisetzung wohnten auch hohe Staatsbeamte und Oberhäupter der verschiedenen religiösen Gemeinschaften bei. Etwa 10.000 Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft trauerten um den Verlust des „Meisters“ – wie sie ‘Abdu’l-Bahá respektvoll nannten.

Die Stufe ‚Abdu’l-Bahás im Bahá’í-Glauben

Bahá’u’lláh setzte ‘Abdu’l-Bahá testamentarisch als Oberhaupt des Glaubens ein und verlieh Ihm weiterhin die Autorität, die Heiligen Schriften verbindlich auszulegen. Mit dieser religionsgeschichtlich einzigartigen Maßnahme schützte Bahá’u’lláh den jungen Glauben von Anbeginn vor Spaltung und Sektenbildung und bewahrte seine Einheit – ein Grundprinzip der Bahá’í-Religion.

Zudem rief Bahá’u’lláh alle Gläubigen dazu auf, nach Seinem Tod ‘Abdu’l-Bahá als vollkommenem Vorbild zu folgen und in Ihm ein vollkommenes Beispiel für hingebungsvolle Nächstenliebe und unermüdlichen Dienst für die Menschheit zu sehen.

‘Abdu’l-Bahás außergewöhnliche Charaktereigenschaften, Sein Wissen und Sein Einsatz für alle Menschen boten ein anschauliches Beispiel der praktischen Umsetzung von Bahá’u’lláhs Lehren und verhalfen der weltweit wachsenden Gemeinde zu Ansehen. Er förderte die Einrichtung der von Bahá’u’lláh vorgesehenen örtlichen Bahá’í-Institutionen und betreute die entstehenden erzieherischen, sozialen und wirtschaftlichen Initiativen.

‘Abdu’l-Bahá weilte vom 1. bis 8. April 1913 auch in Deutschland (siehe ‘Abdu’l-Bahá in Deutschland), besuchte dann Budapest und Wien, wo Er unter anderen die spätere Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner empfing. Am 26. April kehrte Er nochmals nach Stuttgart zurück und reiste am 1. Mai 1913 weiter nach Paris.

‘Abdu’l-Bahás Vision bedeutete nichts weniger als eine grundlegende Veränderung menschlicher Gesellschaft und ihrer Strukturen. Seine Botschaft des Friedens und der Aussöhnung zwischen den Religionen und Kulturen besitzt heute unveränderte Aktualität.

Wegbereiter für ein neues Zeitalter

Mit dem Hinscheiden ‘Abdu’l-Bahá 1921 endete für die Bahá’í das sogenannte „Heroische Zeitalter“, das 1844 mit der Erklärung des Báb begonnen hatte. Dieser Zeitraum war gekennzeichnet durch das Auftreten der drei Zentralgestalten des Bahá’í-Glaubens – die beiden Gottesoffenbarer Báb und Bahá’u’lláh sowie ‘Abdu’l-Bahá. In dieser frühen Zeit gaben tausende Gläubige im damaligen Persien unter heftiger Verfolgung ihr Leben für den jungen Glauben hin.

In Seinem Testament ernannte ‘Abdu’l-Bahá Seinen ältesten Enkel Shoghi Effendi zu Seinem Nachfolger als ‚Hüter‘ des Glaubens.

Quellennachweise: Al-Mu’ayyad Tageszeitung, Ägypten 16. Okt. 1910    (Zitiert nach: bahai.de)

 

 

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***RIDVAN***

Ridvan-Fest der Bahai:     Zwölf Tage im Paradiesgarten

Die Ridvan-Zeit ist für die Bahai das heiligste Fest. Über zwölf Tage hinweg wird der zwölf Tage gedacht, die der Religionsstifter Baha’ullah im Garten Ridvan in der Nähe von Bagdad verbrachte.

Dort verkündete er 1863 zum ersten Mal öffentlich seine Sendung. In den zwölf Tagen von 21. April bis 2. Mai feiern die Anhänger der Bahai-Religion seitdem weltweit dieses bedeutende Ereignis ihrer Religionsgeschichte. Der Bahaismus versteht sich als unabhängige monotheistische Religion. Sie ging im 19. Jahrhundert als eigenständige Offenbarungsreligion aus dem schiitischen Islam Persiens hervor.

„Verheißer aller Zeitalter“

Mirsa Hussein Ali Nuri (1817 bis 1892), genannt Baha’ullah (Arabisch: Herrlichkeit Gottes) ist für die Religionsgemeinschaft der „Verheißer aller Zeitalter“ und wird als der vorerst Letzte in einer Reihe von Propheten und Verkündern des Göttlichen angesehen. Bahai sind überzeugt, dass die Lehren aller Religionsstifter wie Mohammed, Jesus Christus und Buddha der gleichen göttlichen Quelle entstammen und den gleichen Idealen und Grundsätzen huldigen beziehungsweise sie verkünden.

Baha’ullah, der als Sohn eines Ministers in Teheran geboren wurde, habe schon früh ein Leben im Dienst an den Menschen dem eines bequemen Daseins in Luxus vorgezogen. Sein Leben habe er der Verbreitung geistiger Lehren, Grundsätze und Gebote gewidmet, die der geistigen Erneuerung der Menschheit dienen sollten.

Aus Angst vor Machtverlust habe ihn die persische Regierung „immer weiter in die Verbannung“ geschickt, von Bagdad über Konstantinopel, das heutige Istanbul, bis nach Akka im heutigen Israel, wo Baha’ullah 1892 starb. Für die Bahai ist sein Schrein die heiligste Stätte der Welt und Ziel ihrer Pilgerreise.

Zwölf Tage im „Paradies“

Die letzten zwölf Tage vor seiner Verbannung aus Bagdad verbrachte Baha’ullah in einem parkähnlichen Garten unweit von Bagdad, in der Nähe des Tigris. Dorthin seien „Scharen von Menschen aus der Stadt“ geströmt, um von Baha’ullah Abschied zu nehmen: Seine Anhänger, Würdenträger, Religionsführer, wohlhabende Kaufleute und die einfachen Bürger der Stadt. Baha’ullah nannte den Garten, in dem zu dieser Zeit Rosen in allen leuchtenden Farben blühten, „Ridvan“, was auf Arabisch „Paradies“ bedeutet. Jedem Besucher soll Baha’ullah eine dieser Rosen geschenkt haben.

Die Bahai glauben, dass Baha’ullah die jüngste in der langen Reihe der Manifestationen Gottes ist, die auch als „göttliche Ärzte für die Menschheit“ bezeichnet werden. Sein Anspruch ist es, den Hauptzweck, der den Glauben Gottes und seine Religion beseelt, fortzusetzen, nämlich „das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen“.

Drei Feiertage

„In ihrer inneren Wesenheit“, so lehrte Baha’ullah, sind die Religionen Gottes eins. An den heiligsten Tagen der Ridvanzeit – dem ersten, dem neunten und dem zwölften – arbeiten die Bahai nicht. Sie treffen sich an diesen Tagen, um Andachten abzuhalten und zu feiern. In vielen Ländern haben auch die Kinder schulfrei.  (Nach: religion.ORF)

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DIE KRAFT DES GEBETES

  • “Tausend Türen tut Er auf, wo der Mensch außerstande ist, sich auch nur eine vorzustellen.” – Bahá’u’lláh

Die Welt ist momentan von einer weltweiten Krise betroffen, die Gesundheit und Leben der gesamten Menschheit bedroht. Einige empfinden die große Unruhe der hektisch aufeinander folgenden Nachrichten zur Corona-Pandemie ängstlich, andere verspüren die große Stille um sich herum: Das Leben scheint zuweilen still zu stehen, unser Alltag hat sich verändert. Dies bietet auch die Gelegenheit zu einer inneren Einkehr, einem Rückbesinnen zu Gebet und Meditation.

Das Gebet kann uns helfen, uns zu entwickeln und voranzukommen, denn es ist Nahrung für unsere Seele. Wenn wir uns Gott zuwenden, dann legen wir unsere Angelegenheiten in Seine Hand und bitten Ihn, uns bei unseren Problemen und in unserem Leben zu helfen. Wenn wir beten, stärken wir das Band der Liebe, das uns mit Ihm und den Menschen, die uns umgeben, verbindet. Unser Leben wird so reicher.

  • „Als erstes musst du nach Geistigkeit dürsten; dann lebe das Leben! Lebe das Leben! Lebe das Leben!Um diesen Durst zu bekommen, denke über das Leben nach dem Tode nach. Studiere die heiligen Worte. …             Gebet und Meditation – nimm dir für beide viel Zeit. Dann wirst du diesen großen Durst spüren, und nur dann kannst du anfangen, das Leben zu leben!“ Abdu’l-Bahá

 

  • „Das Gebet ist das unverzichtbare geistige Gespräch der Seele mit ihrem Schöpfer, direkt und ohne Mittler. Es ist die geistige Nahrung, die das Leben des Geistes erhält.“            (aus: Botschaft UHG v. 1.12.2014)


 

Die Bahá‘í-Gemeinde Kassel bietet regelmäßige Andachten und geistigen Austausch in kleinen Gruppen für jedes Alter (auch Jugendliche) an; z. Zt. ist dies leider nur online (Video-Konferenzen) möglich.

Die entsprechenden Termine und Veranstaltungsorte entnehmen Sie bitte dem Kalender oder erfragen Sie diese über das Kontaktformular bzw. Telefon.

Interessiert? Alle Aktivitäten finden Sie hier: kalender

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